Ein Erdboden auf dem gebaut werden kann

Bodenarten und Bodentypen Eigenschaften – Ein Überblick

Die Bodenart wird oftmals auch als Körnung oder Bodentextur bezeichnet und gibt Aufschluss über die Eigenschaft eines Bodens. Dabei bezieht sie sich stets auf die Zusammensetzung der Korngröße der mineralischen Bodenart. Doch welche Bodentypen gibt es überhaupt und was hat es mit dem Begriff „Bodendreieck“ auf sich? All das und noch vieles mehr beantworten wir in unserem nachfolgendem Ratgeber.

Welche Bodenarten gibt es?

Bevor wir uns den unterschiedlichen Bodenarten widmen, sollte erwähnt werden, dass der Boden aus einer bunten Mischung kleiner und großer Bestandteile besteht. Der Großteil des Bodens besteht jedoch überwiegend aus kleineren Teilchen. Näheres zu den verschiedenen Bodenarten im Nachfolgendem:

Kies und Schotter

Kies und Schotter entstehen aus vom Wasser mitgerissenen Gesteinsbruchstücken. Diese werden durch das Wasser über den Untergrund des Flussbodens geschoben, sodass sie sich kontinuierlich gegenseitig reiben und stoßen. Auf diese Weise werden die Steine immer glatter und runder bis letztendlich nach rund 300 km endlich Kies und Schotter übrigbleibt.

Sand

Sandböden verfügen über große Hohlräume, sodass aufkommendes Wasser binnen kürzester Zeit versickert. Im Grunde genommen kann man den Sandboden mit einem klassischen Küchensieb vergleichen, denn der Versuch hiermit Wasser zu schöpfen wird nicht gelingen.

Schluff

Schluff stellt den eigentlichen Bestandteil von bindigen Böden (Lehm) dar. Reiner Schluffboden ist bei uns auf der Erde allerdings recht selten zu finden. Er besitzt eine große Korngröße und kann Wasser deshalb sehr gut festhalten. Zudem ist Schluff pflanzenverfügbar und sorgt für einen fruchtbaren Boden.

Ton

Böden aus Ton verfügen über sehr viele und sehr kleine Hohlräume. Im trockenen Zustand schrumpft Ton und wird steinhart sowie rissig. Kommt hingegen etwas Feuchtigkeit hinzu quillt er auf und klebt. Der größte Vorteil an Ton ist, dass er äußerst nährstoffreich ist und Wasser hervorragend aufnehmen sowie speichern kann.

Lehm

Unter einem Lehmboden versteht man ein Gemisch aus Sand, Ton und Schluff. Aufgrund seiner Zusammensetzung bringt der Lehmboden zahlreiche Vorteile mit sich, denn Sand sorgt zum Beispiel für eine hervorragende Durchlüftung und Bearbeitung, Ton für eine gute Nährstoffversorgung und Schluff für den perfekten Wasserhaushalt.

Was sind Korngrößen und welche gibt es?

Wie bereits erwähnt bestehen Böden aus einem Gemisch unterschiedlicher Bestandteile, die sich hinsichtlich ihrer sogenannten Korngröße unterscheiden. Je nach Zusammensetzung des jeweiligen Gemischs ergeben sich demnach auch verschiedenen Bodenarten, welche wir bereits im ersten Abschnitt unseres Ratgebers erwähnt haben. Diese werden je nach vorherrschender Korngröße als Sand, Schluff oder Ton benannt. Handelt es sich beispielsweise um ein Gemisch aus Sand, Ton und Schluff ist von der Bodenart „Lehm“ die Rede. In der nachfolgenden Tabelle sind alle drei Korngrößen zusammengefasst:

 

Bezeichnung Größe (Durchmesser)
Sand kleiner als 0,002 mm
Schluff zwischen 0,002 und 0,063 mm
Ton Zwischen 0,063 und 2 mm

Bodenart bestimmen – Wie geht das?

Die Bestimmung der Bodenart erfolgt durch die Aufnahme des jeweiligen Bodenprofils. Hierfür wird also ein senkrechter Anschnitt des Untergrundes von der Erdoberfläche bis hin zum eigentlichen Ausgangsmaterial vorgenommen. Im Gelände wird für diesen Prozess entweder ein Bohrprofil erstellt oder ein Aufschluss gegraben. Anschließend wird die jeweilige Bodenart in einem hierfür vorgesehenen Labor mittels der sogenannten Sieb- und Schlämmanalyse bestimmt. Zumeist werden hierfür etwaige Salze, Kalkanteile und andere organische Material komplett entfernt. Im Anschluss werden die verbliebenen Sandteile dann durch Siebe ermittelt. Mittels dieser Technik setzen sich die einzelnen Teilchen aus dieser Form von Sortierung in Abhängig von Ihrer Korngröße ab. Im Gelände hingegen erfolgt an dieser Stelle die sogenannte Fingerprobe. Hierfür wird einfach ein wenig schwach befeuchtete Bodensubstanz zwischen den Fingern gerieben und geknetet. So lassen sich mit Erfahrung die Körnigkeit, Bindigkeit und Formbarkeit optimal ermitteln und anhand der bodenkundlichen Kartieranleitung die Bodenart bestimmen.

Was ist ein Bodendreieck?

Das sogenannte Bodendreieck stellt ein Diagramm zur Bestimmung der Bodenart dar. Es enthält alle wichtige Messdaten zur Bodenanalyse und dient demnach der Klassifizierung der Bodenarten in Deutschland.

Bodenarten – Was muss beim Hausbau beachtet werden?

Anhand eines berühmten Beispiels möchten wir aufzeigen, warum die Bestimmung der  Bodenart beim Hausbau eine so wichtige Rolle spielt:

Jeder hat schon mal vom schiefen Turm von Pisa gehört oder ihn womöglich sogar schon selbst vor Augen bekommen. Doch der besagte schiefe Turm von Pisa wäre heute nicht der Schiefe, wenn ihn die für den Bau zuständigen Architekten nicht auf sandig-lehmigen Untergrund gebaut hätte. Dieser Bodentyp war nicht für den Bau eines derartigen Turms geeignet.

Wer also auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück für den Bau eines Eigenheimes ist, sollte nicht nur dem Preis und der Lage Beachtung schenken, sondern auch auf die Eignung der Bodenart für die Errichtung des neuen Hauses achten. Hier spielen aber nicht nur die verschiedenen Bodentypen eine wichtige Rolle, sondern auch Wasser, denn es ist unglaublich wichtig, dass sich Sickerwasser nicht anstauen kann.

Wenn Sie weitere Informationen über Bodengutachten, Baugrundgutachten und andere geotechnische Themen erhalten möchten oder auf der Suche nach einem Unternehmen sind, dass solche Untersuchungen durchführen darf, sollten Sie unsere Website besuchen oder direkt mit uns Kontakt aufnehmen. Über folgenden Link gelangen Sie zur Homepage.