Ein Erdboden auf dem gebaut werden kann

Bodenklassen 1 – 7 & Homogenbereiche – Das sollten Sie wissen

Bevor man sich als baldiger Eigenheimbesitzer für ein Grundstück entscheidet, sollte vorab unbedingt ein Bodengutachten durchgeführt werden. In diesem Gutachten wird der jeweilige Boden genauestens untersucht, analysiert und einer bestimmten Bodenklasse zugeordnet. Anschließend richten sich die Planung und der Bau des Eigenheims exakt nach den Analyseergebnissen des Bodengutachtens. Doch was sind Bodenklassen überhaupt und was hat es mit dem Begriff Homogenbereich auf sich? Häufig wird man auch mit Themen wie „Bodengruppen Bodenklassen“ und „Homogenbereiche Böden“ konfrontiert – Was hiermit gemeint ist, erläutern wir in unserem nachfolgenden Blogbeitrag.

Was sind Bodenklassen?

Boden und Fels werden je nach Zustand beim Lösen in unterschiedliche Klassen eingeteilt. Diese nennen sich Bodenklassen und geben Aufschluss über die Zusammensetzung des Bodens.

Welche Bodenklassen gibt es?

Die Bodenklassen werden in insgesamt sieben Kategorien unterteilt. Diese möchten wir im Nachfolgenden kurz und knapp erläutern:

Bodenklasse 1 – Oberboden auch Mutterboden genannt

Bei Bodenklasse 1 handelt es sich um die oberste Schicht des Bodens. Diese wird auch als besonders fruchtbarer Mutterboden oder Humus bezeichnet. Im Anschluss folgt der Zwischenboden, der ebenfalls der Bodenklasse 1 angehört. Wichtig zu wissen ist, dass sich die Bodenklasse 1 nicht zum Bau eignet, daher müssen sowohl der Oberboden als auch der Zwischenboden abgetragen werden.

Bodenklasse 2 – Fließende Bodenart auch Schöpfboden genannt

Unter die Bodenklasse 2 fallen wasserhaltende Böden und der sogenannte Schöpfboden. Beide Arten werden oftmals auch einfach als Schlamm bezeichnet und eignen sich ebenfalls nicht zum Bau von Gebäuden und Co.

Bodenklasse 3 – leicht lösbarer Boden bzw. leichter Boden

Leicht lösbare Böden bestehen aus Kies oder nicht bindigem Sand. Sollte im Bodengutachten diese Bodengruppe bzw. Bodenklasse festgestellt werden, ist es wichtig einen möglichst flachen Böschungswinkel einzuhalten.

Bodenklasse 4 – Mittelschwerer Boden auch Stichboden genannt

Böden, die der Bodenklasse 4 angehören sind äußerst lehmig, voller Schluff oder enorm sandig. Sollte das Bodengutachten diese Bodenklasse ergeben, ist das optimal, denn diese Böden eignen sich hervorragend für den Bau.

Bodenklasse 5 – schwer lösbarer Boden auch Hackboden genannt

Die Bodenklasse 5 umfasst besonders feste und zähe Böden, die sehr gut zusammenhalten. Hierzu zählt zum Beispiel der Hackboden unter dem man vor allem fetten, steifen Ton, feste Schlacke, Bauschutt und Steingeröll versteht. Böden, die der Bodengruppe bzw. Bodenklasse 5 angehören eigenen sich ebenfalls sehr gut zum Bebauen.

Bodenklasse 6 – leichter Felsboden

Unter leichte Felsböden fallen unteranderem sogenannte Schrämmböden. Sie bestehen aus locker gelagertem Gestein und sind schiefrig, verwittert und bröckelig. Diese Art von Beschaffenheit sorgt dafür, dass sich die Bodenklasse 6 vor allem für das Errichten von Fundamenten anbietet.

Bodenklasse 7 – schwerer Felsboden

Auf einem schweren Felsboden oder auch Sprengboden steht jedes Gebäude perfekt. Für den Abbau eines Bodens aus Bodenklasse 7 muss allerdings mit deutlich höheren Kosten gerechnet werden.

Bodenklassen DIN 18300 – Was hat sich verändert?

Die Einteilung in Bodenklassen wurde über viele Jahrzehnte hinweg nach der alten DIN 18300 als wichtiger Bestandteil der VOB durchgeführt. Mit dieser Art von Klassifikation wurden die Gewinnbarkeit von Gesteinen bei Erdarbeiten beurteilt. Sie betraf in erster Linie das Laden, Lösen, Fördern, Verdichten und Einbauen von Lockergesteinen. Entsprechend dem jeweiligen Widerstand wurden die Böden dann in einzelnen Bodenklassen eingeteilt. Nun jedoch, wurden die über unzählige Jahre hinweg verwendeten Bodenklassen mit Herausgabe der Neuauflage der VOB/C 2015 vollkommen abgeschafft. In Folge dessen wurden die Bodenklassen einfach durch sogenannte Homogenbereiche ersetzt. Das heißt, dass Boden und Fels entsprechend ihrem jeweiligen Zustand vor dem Lösen in die unterschiedlichen Homogenbereiche eingeteilt werden müssen. Hierfür müssen bestimmte Eigenschaften und Kennwerte miteinbezogen werden.

Neu ist zum Beispiel, dass mit Einführung der Homogenbereiche nun der Chemismus des Bodens berücksichtig werden muss. Diese Verschärfung ist vor allem dem immer häufigeren Gebäudebau auf ehemaligen Gewerbeflächen mit Verunreinigungen geschuldet.

Bodenklasse Neu – Was sind Homogenbereiche und welche gibt es?

Homogenbereiche können aus einzelnen aber auch mehreren Fels- oder Bodenschichten bestehen. Allesamt befinden sie sich in einem begrenzten Bereich. Wichtig ist, dass dieser Bereich hinsichtlich der unterschiedlichen Geräte zum Erdbau verschiedenen Eigenschaften erfüllt, die mit einer DIN gekennzeichnet sind. Im Grunde genommen bedeutet das, dass der sogenannte Homogenbereich Boden- und Felsbereiche zusammenfasst, die dieselben Eigenschaften beim Bearbeiten durch Bohren, Lösen und Co. besitzen.

Wichtig zu wissen ist, dass es hinsichtlich der DIN keine festgeschriebene Bezeichnung für die Einteilung der einzelnen Homogenbereiche gibt, demnach obliegt es in erster Linie der gutachterlichen Freiheit den unterschiedlichen Homogenbereichen Bezeichnungen zu geben. Oftmals kommen daher Bezeichnungen wie A1, A2, A3… oder B1, B2, B3 usw. vor. All dies kann ganz schön verwirrend sein, da man die einzelnen Homogenbereiche nur schwierig einem bestimmten Gewerk zuordnen kann. Wir empfehlen daher zuerst das Gewerk zu nennen und anschließend fortlaufend zu nummerieren. In Folge dessen gibt es demnach folgende Homogenbereiche:

  • EA = Erdarbeiten
  • BA = Bohrarbeiten
  • RA = Ramm-, Rüttel- und Pressarbeiten
  • NA = Nassbaggerarbeiten
  • UA = Untertagebauarbeiten
  • SA = Schlitzwandarbeiten
  • RVA = Rohrvortriebsarbeiten
  • LA = Landschaftsbauarbeiten
  • DA = Düsenstrahlarbeiten
  • HBA = Horizontalspülbohrarbeiten

Homogenbereiche vs. Bodenklassen

In der nachfolgenden Tabelle möchten wir kurz ein Beispiel anhand der Erdarbeiten aufzeigen. Dieses soll verdeutlichen, in wie fern sich die Anwendung der Homogenbereiche im Vergleich zu den altbewährten Bodenklassen auswirken kann:

 

Boden/ Fels DIN 18300 (alt)

Bodenklassen Erdarbeiten

DIN 18300 (neu)
Homogenbereiche Erdarbeiten
Schicht 1 Bodenklasse X Homogenbereich EA 1
Schicht 2 Bodenklasse Y Homogenbereich EA 2
Schicht 3 Bodenklasse Z Homogenbereich EA 3

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